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SPRITZGIESSEN Bei der Verarbeitung im Spritzgießverfahren haben die eingesetzten Schnecken in der Regel ein Verdichtungsverhältnis von 2:1 und ein L/D - Verhältnis von 20 – 24 (Standardschnecken). Bei der Verarbeitung entstehen allgemein keine aggressiven oder abrasiven Stoffe, so daß eine Panzerung der Schnecke nicht erforderlich ist. Die Maschinendüse kann offen oder als Verschlußdüse ausgeführt sein. Eine Verarbeitung im Heißkanal ist in der Regel ohne Probleme möglich. Vorzuziehen sind außen beheizte Verteiler und Düsen mit glatten, durchgehenden Bohrungen. Novaprene® – Spritzgießtypen haben gute bis sehr gute Fließeigenschaften. Da diese Materialien strukturviskose Eigenschaften haben, sind zur Homogenisierung höhere Schneckendrehzahlen als bei harten Thermoplasten einzustellen. Allgemein liegen die Schneckendrehzahlen zwischen 70 – 90 % des maximalen Maschineneinstellwertes. Für den Nachdruck ist der mittlere Bereich zumeist ausreichend. Je nach Formteil, den Verarbeitungsbedingungen und der verwendeten Novaprene®- Type liegt die typische Verarbeitungsschwindung zwischen 1,5 % und 2,5 %. Novaprene®-Materialien haben eine sehr gute Thermostabilität, so daß kurzzeitige Zyklusunterbrechungen keine Reinigung des Spritzzylinders erfordern. Bei Unterbrechungen von über 20 Minuten wird empfohlen, den Zylinder und ggf. den Heißkanal zu entleeren. Zum Reinigen des Spritzzylinders, der Düse und des Heißkanals kann mit PE oder PP gespült werden.
Empfohlene Spritzgießtemperaturen für Novaprene®
Einige Hinweise zur Spritzgießform Beim Bau der Spritzgießformen muß beachtet werden, daß Novaprene® – Typen im Härtebereich von Shore A 10° bis Shore D 60° geliefert werden. Die Steifigkeit der Typen ist – in Abhängigkeit vom Härtegrad – sehr unterschiedlich. Dies muß unbedingt im Hinblick auf die Entformung beachtet werden ! Vorzuziehen sind großflächige Auswerferelemente und Abstreiferplatten. Die Oberfläche der Werkzeuge sollte nach Möglichkeit nicht poliert sein. Empfohlen wird eine erodierte Struktur, die eine Verringerung der Haftung bewirkt und damit die Entformung unterstützt. Polierte Oberflächen können – insbesondere bei sehr weichen Typen (Härte Shore A < = 50) - zu einem regelrechten Festsaugen an der Werkzeugwand führen. Als Angußsystem können alle bekannten Anspritzarten – wie Stangen-, Punkt-, Film-, Schirm- und Tunnelanguß – eingesetzt werden. Beim Stangenanguß sollte der Angußkegel möglichst kurz gehalten werden und eine Konizität, je nach Härtegrad der eingesetzten Type, von 5° - 8° (Härte Shore A > = 60) bzw. 8° - 12° (Härte Shore A < = 60) aufweisen. Empfehlenswert ist, auf den Stangenanguß zu verzichten, da dieser – durch die erforderlichen Konizitäten und großen Hinterschneidungen im Bereich der Ausziehkralle – die Fertigungszeit bestimmen kann. Anstelle des Stangenangusses ist der Einsatz einer außen beheizten Düse mit einer glatt durchgehenden Bohrung und einer guten thermischen Trennung anzuraten. Im Angußbereich ist grundsätzlich auf eine sehr gute Kühlung zu achten ! Empfohlen wird ein separater Kühlkreislauf, um bei sehr weichen Typen einen sauberen Abrißpunkt zu erzielen. Bei Dreiplattenwerkzeugen kann es – aufgrund der hohen Dehnbarkeit der Typen – zu Problemen bei der Trennung der Verteilerkanäle von den Formteilen kommen. Aufgrund der Elastizität der Novaprene® - Typen können in gewissem Ausmaß Hinterschnitte direkt, ohne komplizierte Schieber, durch Ausdrücken oder Herausziehen aus der Kavität entformt werden. Die reversible Dehnbarkeit ohne bleibende Verformung liegt bei ca. 7 – 30 %. Da bei der Verarbeitung von Standardtypen keine aggressiven oder abrasiven Stoffe entstehen, können normale Werkzeugstähle eingesetzt werden. |
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